Vergreisung, vorzeitige

Die vorzeitige Vergreisung oder das vorzeitige Altern, fachlich als Progerie bezeichnet, kommt im Zusammenhang mit verschiedenen Krankheiten vor und ist sehr selten anzutreffen. Man unterscheidet zwei Formen der Progerie. Die kindliche Progerie Typ l, auch Hutchinson-Gilford-Progerie-Syndrom (HGPS) genannt, wird vererbt und beruht auf einem Gendefekt. Die betroffenen Kinder wachsen nicht ausreichend und ihre Haut, ihre Knochen und ihre Blutgefäße altern sehr schnell. Sie weisen ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose, Infarkte und Schlaganfälle auf, woran die meisten auch versterben. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Kindern mit Progerie nur 14 Jahre und eine heilende Therapie ist noch nicht vorhanden. Die Progerie Typ ll oder das Werner-Syndrom betrifft Erwachsene und beruht ebenfalls auf einem Gendefekt. Dieser versucht den Mangel eines bestimmten Enzyms, wodurch ein Defekt der DNA-Reparatur entsteht. Bei der Progerie Typ II bleibt der Wachstumsschub in der Pubertät aus. Weitere Symptome der Erkrankung sind Veränderungen der Haut und der Haare, Osteoporose, Muskelschwund, Arteriosklerose, Keimdrüsenschwächen, Herzinfarkte und ein erhöhtes Krebsrisiko. Die Lebenserwartung betroffener Personen liegt bei ungefähr 50 Jahren. Das Werner-Syndrom ist nicht heilbar, so dass nur eine symptomatische Therapie möglich ist.
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