Weltweit leiden etwa 120 Mio. Menschen an diagnostizierter klinischer Depression. Die Amerikanerin Audrey Gruss hat sich zum Ziel gesetzt, ein Heilmittel gegen diese Krankheit zu finden. Zu diesem Zweck gründete die Marketingexpertin vor zehn Monaten die Hope for Depression Research Foundation (HDRF). Die gemeinnützige Organisation investierte seitdem bereits drei Mio. Dollar in die Forschung nach erfolgreichen Therapien. Das sei aber erst der Anfang gewesen, ergänzt Gruss bei der Vorstellung des Projekts in Wien.
Die Heimatstadt Sigmund Freuds wurde nicht zufällig als Veranstaltungsort für das erste Seminar der Organisation gewählt.
"Sigmund Freud entwickelte vor über 100 Jahren einen Denkansatz, der auch der Arbeit der HDRF zugrunde liegt", erklärt Mark Solms, Neuropsychologe an der Universität Kapstadt. Freud hätte versucht, psychoanalytische Theorien und Ergebnisse aus der Neurologie zu kombinieren, sei aber an fehlenden technischen Mitteln gescheitert.
Durch die Weiterentwicklung der Technologie ist es heute möglich, diesen nahe liegenden, aber revolutionären Denkansatz zu verfolgen.
Mit Hilfe interdisziplinärer Forschungen hoffen die Wissenschaftler Depression in Zukunft heilen zu können.
Audrey Gruss gründete die HDRF aufgrund persönlicher Erfahrungen.
"Meine Mutter Hope litt an klinischer Depression und meine Familie reagierte ganz typisch mit Angst und Ignoranz", erzählt die Amerikanerin. Vor einiger Zeit habe sie dann feststellen müssen, dass sich die Behandlungsmethoden trotz des großen, technologischen Fortschritts in den vergangenen 20 Jahren kaum weiterentwickelt hätten. "Depression ist immer noch stigmatisiert und keiner redet offen darüber", kritisiert Gruss. Dieses Tabu soll im Zuge der Arbeit der Organisation gebrochen werden.
Bisher finanzierte Gruss das Projekt mit privaten Mitteln aus der "Audrey and Martin Gruss Foundation", mittlerweile ist die HDRF eine staatlich anerkannte gemeinnützige Organisation und ist verpflichtet, öffentliche Mittel aufzutreiben. Das Geld fließt zur Gänze in die Forschung an Instituten rund um die Welt. Auf Unterstützung der Pharmaindustrie verlasse sich die HDRF dabei nicht. "Das Ziel der Pharmaunternehmen ist Profit, unser Ziel ist Wissen. Wir fördern Grundlagenforschung und das ist langwierig und kostspielig", gibt Gruss zu bedenken. (Ende)