Gentechnisch veränderte Hautzellen könnten bei der Behandlung von Krebserkrankungen von sehr jungen Menschen eingesetzt werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des University College London UCL http://www.ucl.ac.uk gekommen. Laut den Wissenschaftlern ist es ihnen gelungen, das Immunsystem von Mäusen zu stimulieren, in dem ihnen Hautzellen in ein Neuroblastom injiziert wurden. Diese Tumorart ist laut BBC für 15 Prozent der Todesfälle bei Kindern verantwortlich. Sie tritt am häufigsten vor dem fünften Lebensjahr auf. Im British Journal of Cancer http://www.nature.com/bjc schreiben die Forscher, dass klinische Tests mit Menschen frühestens in fünf Jahren möglich sein werden.
Nachdem die Hautzellen gentechnisch verändert worden waren, wurden sie zu "kleinen Fabriken", die eine das Immunsystem unterstützende Proteinart herstellten, erläutert der leitende Wissenschaftler Stephen Hart das Verfahren. Wurden sie in den Tumor injiziert, halfen diese Zellen den Versuchstieren im Kampf gegen den Krebs. Die derart behandelten Mäuse lebten rund 90 Tage länger als die unbehandelten.
Frühere Studien haben gezeigt, dass gentechnisch veränderte Tumorzellen dazu gebracht werden können, sich gegen den Tumor zu richten von dem sie stammen. Der Einsatz der Haut des betroffenen Patienten wäre laut Hart jedoch viel einfacher. "Diese Zellen können bei einem Routineeingriff entnommen, im Labor gezüchtet und dann gentechnisch verändert werden, bevor man sie injiziert." Bei Neuroblastomen handelt es sich um eine Krebserkrankung bestimmter Nervenzellen der Neuralleiste. Diese Zellen spielen bei der Entwicklung des Nervensystems und anderer Gewebe eine entscheidende Rolle. Die Prognose ist bei Kindern, bei denen die Krankheit in den ersten zwölf bis 18 Monaten diagnostiziert wird, gut. Bei älteren Kindern kann sich die Behandlung sehr schwierig gestalten.